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Die Narrenzunft Betra : 1979 bis heute
- eine Chronologie -
Sucht man die Anfänge der NZB, muss man zurück ins Jahr 1968.
In diesem Jahr, in welchem auch der Betraer Fasnetumzug vom Fasnetdienstag auf den Fasnetsamstag verlegt wurde, gründeten die Betraer Jahrgänge 1954/55 die Kameradschaft »Club '70«, auch bekannt unter dem Namen »Nauge - Verein«. Diese Kameradschaft beteiligte sich fortan alljährlich an den von der Gemeinde Betra veranstalteten Fasnetumzügen.
Meist geschah dies durch den Bau eines Fasnetwagens. Da man großen Gefallen an der Fasnet hatte, ergab es sich mehr oder weniger zwangsläufig, dass bereits 1971 vereinzelt über die Anschaffung von
Holzmasken nachgedacht wurde. Im Jahre 1976 wurde dann von den noch verbliebenen »70ern«, die sich auch weiterhin regelmäßig an der Fasnet beteiligt hatten, konkret die Anschaffung eines Narrenkleides mit geschnitzten Holzmasken in Angriff genommen. In den folgenden Jahren zeigte sich jedoch auch, dass sich die Harmonisierung einer solchen Gruppe ohne feste Organisation nur schwerlich erreichen ließ.
So traf sich am 13.03.1979 eine Interessentengruppe zu einer ersten Grundsatzbesprechung im Gasthaus »Adler«. Daraus ergab sich, dass bei der Gründungsversammlung am 14.04.1979, ebenfalls im »Adler«, die Narrenzunft Betra »Keaschmecker« aus der Taufe gehoben wurde.
Die Gründungsmitglieder waren :
Margarete Breisinger, Karin Hauser, Edelgard und Jürgen Hiener, Doris Hinger, Dieter Keck, Brigitte
und Gerold Knöpfle, Franz-Xaver Schiller, Karl-Eugen Schiller, Angelika und Karl-Heinz Steimle,
Sonja Straubinger, Margot und Roland Thomaier und Peter Werth.
Der nächste Schritt war die Erschaffung einer Narrenfigur, welche künftig die Hauptfigur der Betraer Fasnet und des Vereins werden sollte. Da man eine ortsbezogene und bodenbeständige Figur schaffen wollte, kam man selbstverständlich auf den »Keaschmecker«.
Die Resonanz bei der Betraer Bevölkerung auf den erstmalig von der Narrenzunft veranstalteten Umzug war so hervorragend, dass der Verein guten Mutes in die Zukunft blicken konnte, zumal die Mitgliederzahl der Narrenzunft weiterhin eine stark steigende Tendenz zeigte. So tauchte ganz zwangsläufig die die Frage nach einer weiteren Maskengruppe auf.
Aufgrund dieser Tatsache und dem enormen Zustrom an neuen Vereinsmitgliedern, sprich Hästrägern, beschloss man am 11. März 1980 neben dem »Keaschmecker« noch eine zweite Maskengruppe, nämlich die »Burgstallhexe« zu schaffen. Diese Gruppe urde jedoch, um die Bedeutung der Hauptfigur der Betraer Fasnet, den »Keaschmecker« nicht zu untermauern, in ihrer Mitgliederzahl begrenzt.
Mit diesen beiden Maskengruppen und dem Wissen um eine sehr alte Betraer Fasnettradition beantragte die NZB dann die Aufnahme in die Narrenvereinigung »Närrischer Freundschaftsring Neckar-Gäu«. Hierbei fungierte die Narrenzunft Schneckengraber Dettingen als Patenzunft. Diese Aufnahme sollte die freundschaftliche Verbindung zu anderen Narrenzünften eröffnen, sowie auch das Betraer Fasnetbrauchtum positiv beeinflussen.
1981 hatte die neue Hexengruppe ihren ersten Auftritt und die Betraer Fasnet war erstmalig am
»Schmotzigen« mit einer Schlüsselübergabe vor dem Rathaus eröffnet und dann am Fasnetdienstag wieder verbrannt worden.
Am 6. Februar 1982 schlug dann die große Stunde: Die »Narrenzunft Betra e.V. Keaschmecker« wurde beim Ringtreffen in Bierlingen offiziell in den »Närrischen Freundschaftsring Neckar-Gäu« aufgenommen.
Zu den Klängen des Betraer Narrenmarsches stellte sich die NZB mit ihrem Hanseltanz dem närrischen Publikum vor. Mit dieser Aufnahme war mit Sicherheit ein Meilenstein in der Betraer Fasnet gesetzt worden.
Bei weiteren Nachforschungen in der Geschichte Betras stellte sich heraus, dass nicht nur der Kienverkauf und die Landwirtschaft für den Lebensunterhalt Betras sorgten, sondern auch die Flößerei.
So kam man im März 1983 überein, dass dieser alte Beruf in einer Betraer Flößermaske weiterleben sollte und gründete den »Flößer« als dritte Maskengruppe.
Ein Novum für Betra ereignete sich dann 1985. Die Schweizer Guggenmusik »Tellsymphoniker« aus Bürglen am Vierwaldstätter See war zum ersten Mal in Betra zu Gast. Hieraus entwickelte sich eine überaus innige Freundschaft, die sich auch außerhalb der Fasnetzeit fortsetzte und bis heute Bestand hat.
Eine weitere Neuerung wurde am Fasnetsamstag des Jahres 1987 eingeführt. Die NZB verteilte am Morgen vor dem Umzug eine Narren-, sprich »Flädlesuppe« an die Betraer Einwohnerschaft.
Die »Schlüsselübergabe« wurde zur »Machtübernahme« abgeändert, bei der zum ersten Male eine Narrentaufe abgehalten und ein Narrenbaum gestellt wurde. An diesen Narrenbaum hängen die neuen oder das notwendige Alter erreichenden Hästräger bei der Narrentaufe einen Kienspan. Mit dieser Zeremonie versprechen sie, die Narrengesetze stets zu achten.
Ebenfalls sehr ermutigend für die NZB war die 1988 wieder eingeführte Kinderfasnet am Fasnetdienstag. Nach einem Kinderumzug, an dem der Betraer Narrensamen lebhaft und begeistert mitmacht, wird mit einer Fasnet für die Kinder der vorletzte Akt der Fasnetsaison eingeläutet.
Als letzte Maskengruppe schloss sich der »Felbenschreck« der Narrenzunft Betra an. Diese Maskengruppe gründete sich in Isenburg, einer Nachbargemeinde Betras. Da zwischen den Mitgliedern der Narrenzunft und der Isenburger Maskengruppe schon länger eine intensive Freundschaftsbande bestand, kam man im Jahre 1989 überein, den »Felbenschreck« als weitere Maskengruppe aufzunehmen, was sich im nachhinein als äußerst positiv für beide Seiten herausstellte.
So waren nun die Eckpfeiler der Narrenzunft und somit der Betraer Fasnet fest verankert, als es 1991 auch Betra traf : Die Fasnet wurde wegen des Golfkrieges abgesagt. Da auch viele Betraer diese Entscheidung der Fasnetoberen nicht guthießen, sie aber mittragen mussten, entschloss man sich, die Tellsymphoniker in Bürglen zu besuchen. So kam man auf Umwegen doch noch zur Fasnet. Im selben Jahr wurde dann mit dem Bau der Zunfteigenen Lagerhalle begonnen, welche dann nach 4-jähriger Bauzeit fertiggestellt wurde.
Nun fehlte eigentlich nur noch eines, nämlich eine Musikkapelle, die bei allen Auftritten der Narrenzunft den musikalischen Rahmen gestalten konnte. Nachdem viele Jahre alle Versuche eine eigene Musikkapelle zu gründen scheiterten, gelang es 1995 endlich. Die Narrenkapelle »Kandldabber« hatte als vereinseigene Narrenkapelle ihren ersten Auftritt.
Man kann also mit Stolz behaupten, dass die Narrenzunft ihre gesteckten Ziele erreicht, meist sogar bei weitem übertroffen hat.
Somit ist die Narrenzunft Betra mit ihren fast 300 Mitgliedern als einer der größten und erfolgreichsten Vereine Betras zu betrachten.
Narri, Narro !




